WIND IN DEN PAPPELN

EIN FRANZÖSISCHES STÜCK ALS SPRACHSPIELERISCH BRILLANTE VORLAGE FÜR DREI RUSSISCHE SCHAUSPIEL-VIRTUOSEN BEI DEN RUHRFESTSPIELEN! MOTOR FÜR DIESES REISEFREUDIGE STÜCK WAR EIN ENORMER ERFOLG AM LONDONER WEST END, WO ES, VON TOM STOPPARD ÜBERSETZT UND JOHN HURT GESPIELT, ALS »BEST NEW COMEDY« MIT DEM LAURENCE OLIVIER-AWARD AUSGEZEICHNET WURDE. Ein Augusttag im Jahr 1959. Gustave, René und Fernand, ausrangierte Helden der „Grande Guerre“ von 1914-18, haben die kleine Terrasse auf der Rückseite ihres Altersheims erobert, verteidigen den strategisch günstigen Platz rund um den steinernen Hund gegen all diese aufdringlichen Zivilisten, mit denen sie ihren Alterssitz teilen müssen. Wie in Ken Kenseys Kuckucksnest findet sich auch hier eine allmächtige Oberschwester, gegen die es gilt, den Rest von Selbstbestimmtheit zu behaupten. Der Kampf gegen die scheinbar Allmächtige ist letztlich ein Überlebensspiel, das hilft, die eigentliche Angst zu verdecken. Angst vor der Zeit, die vergeht, vor der Jugend, die man nie richtig gelebt hat. Aber hinter all ihren Althahnenkämpfen, hinter den Träumen, Lügen und der Aufschneiderei lauert doch noch ein Ziel: ausbrechen aus diesem Warteraum kurz vor dem Sterben, noch einmal etwas versuchen, noch einmal richtig leben. Die Wipfel der Pappeln auf dem gegenüberliegenden Hügel rauschen und wiegen sich im Wind. Ein sanfter, ein verlockender Wind, von dem sie auf der Terrasse nicht einen Hauch verspüren. Dass bei den Ruhrfestspielen ein essentieller Bestandteil des französischen Theaters, das gehobene, intelligente Boulevard, in einer unkonventionell schrägen Moskauer Aufführung erscheint, ist eine kleine Sensation. Regie Rimas Tuminas
Vakhtangov-Staatstheater Moskau Deutschlandpremiere am 19.05.2015 im Theater Marl Bühne und Kostüme: Adomas Jacovskis Musik: Faustas Latenas Licht: Maya Shavdatuashvili Es spielen: Maxim Sukhanov, Vladimir Vdovichenkov, Vladimir Simonov    wind in den pappeln
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